Reisetagebuch
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Bali – Impossible Beach / Pura Luhur Uluwatu

Samstag, der 27.05.2017:

Ich liege im Bett, bin nicht zugedeckt und dennoch ist mir wohlig warm. Ich nehme die Geräusche von Wayans Tieren wahr – das Krähen des Hahns, das Gackern der Hühner, das Muhen der Kühe, ich höre das italienische Pärchen von nebenan reden und Kinder lachen. Es ist 10.30 Uhr. „Was schon 10.30 Uhr?“ Oh man, schon wieder fast der halbe Tag vorbei. Ich weiß nicht warum, aber immer wieder überkommt mich diese innere Panik, dass ich meine Zeit hier auf Bali nicht voll auskosten werde. Vielleicht, weil ich zu große Erwartungen an den Urlaub habe? Vielleicht, weil ich das erste Mal ganz alleine reise und mir unsicher bin? Vielleicht aber auch, weil viel Geld im Spiel ist und es sich gelohnt haben soll… Wie auch immer, von solchen Gedanken möchte ich mich entfernen.

Wayan muss lachen, als ich ihn um 11 Uhr um das Frühstück bitte. Wirklich ein super sympathischer Typ. Er serviert mir Kaffee in einem Marmeladenglas. Der Kaffee schmeckt anders, aber sehr gut. Die Balinesen scheinen das Kaffeepulver einfach direkt in die Tasse zu geben und mit heißem Wasser aufzugießen. Dann wartet man eine Weile, bis sich das Pulver gesetzt hat und dann geht’s los mit dem Genuss. Zum Essen präsentiert mir Wayan ein gigantisches Omelett und einen Früchteteller. Wow, die Früchte schmecken wirklich unheimlich gut! Wayan erzählt, dass er die Papayas selber anbaut und bald auch Mangos. Herrlich!

Am frühen Nachmittag mache ich mich auf zum Impossible Beach. Ich orientiere mich an einer Betonmauer, an der ich entlanglaufen soll, und passiere wunderschöne balinesische Wohnhäuser. Plötzlicher hockt direkt am Weg eine Frau und wäscht sich. „Darf ich da jetzt vorbei laufen oder kommt das blöd?“ Ich laufe einfach weiter. Anstatt sich gestört zu fühlen, dreht sich die Frau mit nacktem Oberkörper zu mir um und freut sich mich zu sehen. Während sie sich einseift fragt sie mich wohin ich möchte und lässt mich wissen, dass ich mich auf dem richtigen Weg befinde. „Gut zu wissen.“, dachte ich.
Recht steile Treppen führen mich einen schmalen Weg hinab zum Strand. Die Stufen sind so hoch, dass ich sie nur mit einem Zwischenschritt meistern kann. Nachdem ich von zwei Arbeitern durch eine Baustelle gelotst wurde, kann ich zum aller ersten Mal den Indischen Ozean sehen. Wow, Balis Natur ist wirklich eine Augenweide.

Nach 10 min Fußmarsch und 20 zurück gelegten Höhenmetern, erreiche ich eine kleine Bucht – den Impossible Beach. Der Name kommt daher, dass er nicht leicht zu erreichen ist und dass er erst am Mittag zum Vorschein kommt, da es auf Bali am Indischen Ozean Ebbe und Flut gibt. Das Wasser hat eine tolle Temperatur, allerdings ist es nicht leicht ins Wasser zu kommen, da dort direkt ein Riff beginnt.

Nachdem ich mich mehrmals im Wasser abgekühlt und mich wieder trocknen lassen habe, entscheide ich mich noch ein letztes Mal ins Wasser zu gehen und mich dann auf den Heimweg zu machen. Ich setze mich also ins Wasser, genieße den Ausblick, da kommt ein leichtes Rauschen auf. Plötzlich spüre ich, wie sich das Meer zurückzieht und innerhalb von einer halben Minute sitze ich im Trockenen. So etwas habe ich zuvor noch nie erlebt. Das Meer hatte sich zurückgezogen und schon sah ich in der Ferne wie sich die ganzen Surfer auf den Weg zurück an den Strand machten. Zeit für mich nach Hause zu gehen.

Nach einer erfrischenden Dusche holt mich Jinto um 17 Uhr ab und fährt mich nach Uluwatu. Wir fahren circa 15 min auf einer schönen Straße an den verschiedenen Stränden vorbei – diese Gegend ist wirklich voller Touristen. In Uluwatu angekommen zeigt mir Jinto wo ich mir die Eintrittskarte für den Pura Luhur Uluwatu und die traditionelle balinesische Tanzaufführung kaufen kann. Ich habe noch 30 min Zeit mir den Tempel anzusehen, der sich über dem Meer erhebt. Er liegt an der Spitze einer steilen Klippe. Leider ist es ein wenig bewölkt, weshalb ich den Sonnenuntergang nicht in seiner vollen Pracht genießen kann. Der Ausblick ist dennoch atemberaubend.

Um 18 Uhr beginnt die Tanzaufführung. Ich sitze neben einem anderen Deutschen, der mir viele Tipps für Nordbali gibt. Ich weiß aber noch nicht einmal ob ich überhaupt bis dorthin reise. Egal, die Unterhaltung ist sehr nett. Ich weiß nicht so wirklich wie ich die Tanzvorführung finden soll. Irgendwie bin ich begeistert von der stetigen „Gesangsdarbietung“ der Männer, allerdings bleibt diese sehr monoton. Die Tänzerinnen sind äußerst talentiert, aber als spannend oder unterhaltsam würde ich den Tanz jetzt nicht bezeichnen. Am Ende bin ich jedoch wirklich begeistert, denn plötzlich kommt Feuer ins Spiel und die Tanzfläche glüht.

Am Abend im „La Cama“ spreche ich eine andere Frau an und frage sie woher sie kommt. Sie heißt Paula, ist in meinem Alter und kommt aus Valencia. Mein Herz schlägt höher! Endlich wieder ein spanischer Kontakt. Wir verabschieden uns mit dem Plan am nächsten Tag eventuell etwas zusammen zu unternehmen. Bin gespannt ob es klappen wird.

Müde fall ich ins Bett.

Unterschrift - deine Karin (mittel)

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